Sonntag, 24. Februar 2013



KOMMUNIKATION IST ALLES!

Nach unserer fantastischen Reise auf dem Ozean hat sich der Alltag wieder eingestellt. Die Arbeit geht weiter und nach einiger Frustration zu Beginn des Jahres bin ich nun doch wieder motiviert, voll in die Arbeit einzusteigen. Für mich war/ ist es oft schwierig, den Sinn in meiner bzw. Helenas und meiner Arbeit in dem Projekt zu erkennen, da wir nie wirklich eine Einführung in die Arbeit bekommen haben. Außerdem liegt es wohl auch daran, dass die einzelnen Parteien unterschiedliche Erwartungen aneinander haben und es mit der Kommunikation zwischen unserer Vorgesetzten und uns nicht immer rund läuft. Kommunikation ist alles, wie oft habe ich diesen Satz ausgesprochen und auch immer wieder verinnerlicht. Auch beim Zwischenseminar in Arusha, von dem Helena und ich am Sonntag wiedergekommen sind, ging es primär darum. Ich hatte mir nicht allzu viel erhofft von dem Seminar, außer die anderen Freiwilligen, die wir beim Sprachkurs kennengelernt haben, wiederzusehen und sich auszutauschen über die eine oder andere Erfahrung, die vielleicht etwas ähnlich sind. Aber ich muss sagen, es hat sich wirklich gelohnt. Sowohl aufgrund des Inhalts des Seminars als auch den Austausch untereinander betreffend, war das Seminar richtig klasse. Sicher gab es die eine oder andere Einheit, die mich nicht zu 100% angesprochen hat, wie zum Beispiel: Wie stellst du dir dein zweites Halbjahr in Tansania/Kenia vor? Male ein Bild! Die „wertvoll pädagogischen“ Gruppenspiele gab es dann doch in einem gewissen Maße, aber ansonsten bin ich voll zufrieden und habe außerdem an neuer Energie und Motivation gewonnen, sowohl für unsere Arbeit als auch das Leben in der Dorfgemeinschaft Uuwo, was eben doch sehr konservativ ist und ich manchmal das Gefühl habe, die Erwartungen an uns Freiwillige, also Gäste hier (wir werden selbstverständlich immer Gast bleiben...) trotz meiner Bemühungen nicht erfüllen zu können. Andererseits fühle ich mich zuhause und immer willkommen, auch wenn ich mich oft schon sehr wundern muss, was dann hinterm Rücken geredet wird, sowohl untereinander als auch über uns Freiwillige. Man steht eben doch immer im Fokus und kann nicht mal eben in Schlafanzughose und Kapuzenpulli zum Bäcker gehen und ganz anonym seine zwei Schokocroissants kaufen, wie ich das in Berlin gewohnt war. Nein, hier wird ordentlich gegrüßt und fleißig Hände geschüttelt, auch wenn man „im Freizeitlook, ganz unseriös mit ´nem dicken Lolli in der Backe“ durchs Dorf schlendert, so wie Lola und ich das ganz gern mal machen. Das klingt nun alles sehr negativ, aber ich find es auf der anderen Seite auch sehr schön, vor allem wenn die Leute sich meinen Namen gemerkt haben und nicht immer nur von allen Seiten „HELENA, HELENA“ gerufen wird. Also es freut mich dann doch mehr, als dass es mich nervt, man gehört dann doch irgendwie dazu, zumindest von außen betrachtet.
Ansonsten starten Helena und ich jetzt richtig durch bei den Kindertreffen an den Wochenenden, wo wir nun unsere eigene Bibeleinheit die ersten zwei Male vorgestellt haben und die auch echt gut bei den Kindern ankam. Wir wollten mal was Eigenes und vor allem Frisches in die Treffen einbringen und haben uns eine kleine szenische Darstellung zu einer Geschichte aus der Bibel überlegt. Wir glauben, das sei mal ganz abwechslungsreich zu dem sonst sehr trockenen Bibelunterricht. Die Kinder sollen die Geschichte selbst spielen und so besser erkennen worum es dort vielleicht geht. Bis jetzt kam das richtig gut an und macht auch Helena und mir riesigen Spaß.

Bis demnächst (vielleicht schaffe ich es ja in Zukunft öfters zu schreiben..),
eure Uupipi

Freitag, 22. Februar 2013


 Hallo meine Lieben,
leider kann der Computer hier im Internetcafe in Moshi meinen vorgeschriebenen Eintrag nicht oeffnen, da ich aber so lange nichts geschrieben habe, kommen hier schon mal ein paar Bilder... Weiteres folgt (hoffentlich) demnaechst!
Eure Wiebke


Zwischenseminar-die Supertruppe

Tarzan und Jane- ein bisschen Spass muss sein
Die Maedels vom ZMOE
In unserer Lieblingsmilkshakebar


Die Superwalimus
Tabsi, unser Neuzugang

Arbeit, Arbeit, nichts als Arbeit
Upendo wa mungu ni mkubwa!- Super- Hit der Kindertreffen
Bello, Bello, dein Knochen ist weg



Freitag, 11. Januar 2013


Und hier die versprochenen Urlaubsbilder



Rock around the Christmas palm(leave)

Erste Nacht unterm Sternenhimmel

Und es kann los gehen!

Bei den Black Panthers

Old School Pirates aka Professional Dreamers

Freitag, 4. Januar 2013


Das erste Drittel liegt hinter mir...

(als sei es erst zwei Wochen her)

Mich durchströmt ein unheimliches Glücksgefühl, ausgelöst durch Musik, die in meinen Ohren wummert. Denn nachdem ich Dösi meinen iPod und mein Handy (übrigens zweimal hintereinander, es wurden auch schon Wetten abgeschlossen, wann ich mein Auto verlieren werde…) in Moshi verloren hatte, fühlte ich mich ganz leer und da mein Computer schon immer nicht so viel hergegeben hat, bin ich jetzt ganz froh, dass Lola so einen super Musikgeschmack hat und ich freundlicher Weise ihre knapp 70 GB auf meinen Rechner ziehen darf! Also begleitet von unglaublich guter Musik verfasse ich nun diesen Blogeintrag.

Vor einigen Tagen, ich muss mich korrigieren: vor einigen Wochen, war ein riesiges Fest bei uns im kleinen beschaulichen Uuwo, 25 Jahre Konfirmation. Was man dort nun genau feiert, weiß ich immer noch nicht, allerdings sah das Ganze so aus: 10 Uhr Kirche bis open end (wie so oft) und anschließend gingen alle nach Hause, viele Häuser waren reichlich behängt mit Tüchern, Luftballons und, und, und. Da Helena und ich an diesem besagten Tag im Office und somit erst um 17Uhr zuhause waren, haben wir nicht allzu viel mitbekommen, aber schon auf dem Weg von der großen Straße nach oben zu den Towos, liefen uns Massen von (vor allem jungen) Leuten entgegen und die Bässe dröhnten aus verschiedensten Häusern. Betty, eine Freundin von Helena aus dem Chor winkte auch schon fröhlich. Also Helena und ich schnell nach oben, Sachen abgelegt und wieder runter. Haha, die Wazungu rennen schon wieder, riefen einige, aber das war uns egal. TANZEN! Dann sind wir erst mal von Haus zu Haus gegangen und haben ausgecheckt, welche Musik uns am besten gefällt und sind dann bestimmt drei, vier Stunden geblieben, um mit Jung und Alt zu tanzen. Das Publikum? Von 4 bis 70 Jahren, gemischt eben. Das hat auf jeden Fall viel Spaß gemacht und war dazu auch noch ein guter Start in den Urlaub, der nun auch schon wieder vorbei ist…
 Ich war ja mit Hanna erst in Arusha und anschließend noch in Pangani, an der Küste des indischen Ozeans, wo uns etliche schöne Sonnenuntergänge und ein unvorhersehbares Abenteuer erwartet haben, aber dazu im Anschluss mehr. Also, ihr merkt vielleicht, bei mir herrschte mehr Sommerfeeling als Weihnachts- und Adventsstimmung, obwohl wir uns echt bemüht haben! Wir hatten einen wunderschönen Adventskranz, den Helena und Verena liebevoll gebastelt haben und jede Menge Weihnachtsplätzchen sind in den Bäuchen gelandet, besonders Lolas Printen waren köstlich! 
















Uuuund wir hatten ja in den letzten Wochen, wieder muss ich mich verbessern, inzwischen ist es einen Monat und ein, zwei Wochen her, auch einiges zu feiern! Es standen drei Geburtstage an, die alle gebührend gefeiert wurden, obwohl das ja hier eigentlich nicht so üblich ist und der Geburtstag nicht wirklich wichtig für die meisten Leute ist. Aber nichts desto trotz bekamen Hanna, Carsten und ich einen wunderschönen Tag beschert! Außerdem den supersüßesten Kuchen, den ich jemals hatte, mit zehn Tonnen Zuckerguss!


Oh, und vor einiger Zeit hatten wir hohen Besuch. Als Helena und ich mal wieder bei einem Waisentreffen waren, haben wir noch ein bisschen mit dem Pastor der Gemeinde geschnackt (oh, man merkt, ich  bin hier nur unter Norddeutschen) und es kamen natürlich wieder die üblichen Fragen. Bist du verheiratet? Nein, warum denn nicht? Hast du einen Freund? Nein, oh, würdest du einen Tansanier heiraten? Ich such dir einen und besorg dir Haus und Feld, na wie wär das?! (ein schwungvoller Klaps auf die Wange) und so weiter. Jedenfalls war das eigentlich noch ganz lustig und er schien echt Humor zu haben. Kurzer Hand hat er sich dann einfach selbst zum Essen eingeladen, es gab Spätzle, was natürlich das Wort des Abends war. Der Abend hielt sich kurz, Frau und Kind waren mit. Das Essen war lecker, ab und an peinliches Schweigen. Doch man konnte sich dann doch gut unterhalten. Zurück in der Gemeinde zum Gemeinderundgang 1 ½ Wochen später geht es um Teufel, Hölle und Dämonen. Wie sehe der Teufel aus, schwarz oder weiß? Helena sagt, er sei rot, wie man das eben aus Filmen und Kinderbüchern kennt. Ich glaube nicht an den Teufel und die Hölle, sage ich. Das war vielleicht ein Fehler, denn jetzt geht es erst richtig los. Wenn es den Himmel und das Gute gebe, müsse es auch einen Gegensatz geben und das sei die Hölle und der Teufel, denn woher käme sonst das Schlechte, das Böse? Die Diskussion ist entfacht und ich versuche, meine Ansichten und meinen Glauben darzustellen und in gewisser Weise auch zu rechtfertigen und das macht mich wütend und traurig. Irgendwann blocke ich ab und sage nichts mehr. Helena führt das Gespräch fort und macht es ziemlich gut, ich bin froh, dass ich sie habe. Sachlich, ruhig und überzeugende Argumente. Das ist jedenfalls ein Thema, das die Menschen hier sehr beschäftigt. Ich habe das Gefühl, viele sind sehr von Angst geprägt und das sollte meiner Meinung nach nicht sein. Selbst viele junge Leute, mit denen ich mit unterhalten habe, berichten von Dämonen und Schreckgespenstern und was ich anfangs als Witz gehalten habe, ist wirklich ernst gemeint. Vor einiger Zeit beim Waisentreffen in der Mwika Bible School durften wir eine Art Dämonenaustreibung überraschender Weise miterleben. Wir spielen gerade mit den Kindern 1, 2, 3, Abschlag und plötzlich werden aus der Kirche nebenan, wo gerade ein Gottesdienst für junge Leute anlässlich eines Seminars stattfindet, fünf ohnmächtige Frauen herausgetragen, nicht sehr vorsichtig und liebevoll, muss man dazu sagen. Sie werden unnötiger Weise in die pralle Sonne gelegt und als eine Frau aufwacht, ist sie völlig verstört, springt auf und schreit. Wahrscheinlich sind einige der Frauen auch genau deshalb an den Beinen zusammengebunden. Die Kinder laufen verängstigt weg und die Kleinsten beginnen zu weinen. Völlig versteinert stehe ich da und bin genauso geschockt, verunsichert, verängstigt. Es geht weiter, einige Leute kommen, stellen sich im Kreis um die liegenden Frauen und beginnen Schreigebete. Viele der Frauen weinen und schreien, als hätten sie starke Schmerzen. Immer noch versteinert. Doch dann nehme ich die Kinder wahr. Helena und ich nehmen die Kinder an die Hand und gehen weit weg, wo wir nur noch wenig von den Schreien mitbekommen. Ich weiß bis heute nicht, wie ich damit am besten umgehen soll. Allerdings gibt es im Gegenzug auch viele Leute, die genau so denken, wie ich und ich bin froh, dass ich darüber reden kann, ohne mich rechtfertigen zu müssen oder ausgeschlossen zu werden. Wie auch neulich wieder ein interessantes, offenes Gespräch bei Helena im Zimmer mit Vicent entstanden ist. Vicent ist Pikipikifahrer in Mwika und war selbst mal im Waisenprojekt. Er war auch schon mit den anderen Freiwilligen vor uns befreundet und er ist echt ein guter Kumpel. Ich genieße es sehr, mich mit ihm zu unterhalten, weil er echt interessante Ansichten hat und man super mit ihm diskutieren und auch rumalbern kann, gleichzeitig ist das eine super Übung für mein Kiswahili.
Ansonsten hat nach den Ferien nun wieder der Alltag begonnen und ich freue mich schon sehr auf die nächste Zeit. Helena und ich haben nun auch unter anderem begonnen, die Kinderseminare zum Thema Gesundheit/HIV, Aids und für die Stipendiaten zum Thema Selbstbewusstsein und Lebenstraum (Was will ich werden? Was kann ich gut? usw.) zu planen. Darauf bin ich auch echt gespannt und freu mich schon. Aber das dauert ja auch noch. Zuerst kommen ja Mama und Friedrich zu Besuch im Februar, worauf ich mich schon riiiiiesig freue!

So, nun noch ein kleiner Ausschnitt aus meinem Reisetagebuch:
Dezember 2012- Eine Woche vor Weihnachten begannen die Ferien und so hab ich mich mit Hanna aufgemacht, ein bisschen was anderes zu sehen und zu entspannen. Erst ging es auf nach Arusha, wo wir uns unter anderem mit dem Kopf der Black Panthers- Bewegung in Kansas City Pete O´Neill und seiner Frau Charlotte bzw. Mama C getroffen haben, die wohl waschechte Hippies sind. Sehr esoterisch und sinnlich, würde ich sagen. Wir haben unter anderem gemeinsam gejammt, auf sehr interessanten, klangvollen Instrumenten, die sie selbst kreiert haben. Auf ging´s nach Pangani, Strandurlaub, voll dekadent im Beach Crab Resort mit Vollpension (für Volontäre gab´s Rabatt, muss man dazu sagen…). So paradiesisch es dort auch ist, so weiter ab vom Schuss ist es auch. Also hieß es Expressbus nach Tanga, von Tanga mit einem Kleinbus nach Pangani Town zur Fähre, 5 Minuten übers Wasser und von da aus noch mal eine Stunde mit Taxi, Pikipiki oder was einen sonst noch so mitnimmt, wie ein fetter Truck in unserem Fall zum Beispiel, aber das ist auch noch eine andere Geschichte. Schade nur, dass unser Bus von Arusha nach Tanga viel zu lange gebraucht hat und wir dann keinen Anschluss mehr nach Pangani zur Fähre bekommen haben. Also hieß es Taxi, was ordentlich gekostet hat/hätte. Doch da kommen plötzlich zwei Wazungu auf uns zu und fragen uns, wo wir hin möchten. Kurz, wir schließen uns zusammen und teilen uns das Taxi und wir verstehen uns super mit den beiden Jungs aus Schweden. Spontan kommen sie mit zu unserem Resort und wir verbringen ein paar nette Tage, an denen außerdem der Traum geboren wird, ein kleines landestypisches Fischerboot (Einbaum) zu kaufen und damit runter nach Dar es Salam zu segeln. Wir malen uns aus, schnacken und planen, nur mal so zum Spaß. Simon hat einen Segelschein und ein paar Tage später sitzen wir auf einer aus Bananenblättern geflochtenen Matte mit dem Chairman aus dem Ushongovillage/ Pangani und diskutieren den Kaufvertrag. Zack, unterschrieben. Das Boot gehört uns, einen Namen haben wir noch nicht. Es geht los, alles in Plastiktüten verpackt und gesichert gegen hohen Wellengang und Schwimmwesten an. Erste Nacht unter freiem Himmel am einsamen Strand, es fühlt sich komisch an und ich habe Angst vor Schlangen, aber ich genieße das einfache Leben und die Freiheit. Zweite Nacht, es ist Heiligabend. Wir stecken einen Palmenblatt in den Sand und tanzen zu Reggaebeats drum herum, es gibt Cola und einen Avocado-Tomatenmix aus dem Eimer. Die Affen kreischen im Hintergrund und wir haben Angst um unsere Sachen, doch alles bleibt am Platz und wir genießen die Ruhe und denken an Europa und den grausamen, erzwungenen Weihnachtsstress. Weiter geht´s, doch dann kommt alles anders. Der Wind zu stark, der Wellengang zu hoch, das Boot knallt gegen ein Riff. Alle Mann/Frau von Bord und das Boot retten. Hanna gerät in Panik und steckt mich auch ein wenig an, Gustav verletzt sich den Fuß und kann bis heute noch nicht richtig laufen. Wir überleben, was nie außer Frage stand und selbst mein Handy funktioniert noch. Auch unser Boot (es hatte nie einen Namen, wir konnten uns nicht einigen) hat es geschafft und wir konnten es sogar noch verkaufen. Bis Dar es Salam haben wir es nicht mehr geschafft, aber es hätte nicht mehr viel gefehlt und wir sind froh, wieder zu den Landratten zu gehören, war dann doch anstrengend und abenteuerlich. Doch wir haben es genossen und hatten unsere schönen Tage auf dem Boot. Meine Gastfamilie und meine Mitfreiwillige Helena waren wohl etwas enttäuscht, dass ich nicht da war, aber ich glaube, sie haben es auch verstanden. Wann bekommt man schon mal die Gelegenheit? Wie oft sagt man einfach mal ja und stellt sich dem Abenteuer? Das klingt jetzt wahrscheinlich super kitschig und dramatisch, aber irgendwie weiß ich mich nicht anders auszudrücken…(Urlaubsbilder folgen!)
Eure Wiebke

P. s. Ein frisches, geniales Jahr 2013 wünsche ich euch allen! Lasst es krachen und euch von Überraschungen und unvorhersehbaren Umständen nicht unterkriegen, lasst sie auf euch zukommen und macht das Beste aus allem!

Mittwoch, 21. November 2012

 I´d like to have a german wife

Ja, das ist momentan Stand der Dinge. Die letzten Wochen tauchte dieser Satz häufiger mal auf. Aber die Argumente dafür werden auch nicht einleuchtender. Manchmal ist das ganz schön haarsträubend, Mzungu bleibt Mzungu. Das stimmt mich manchmal ganz schön traurig bzw. eher wütend und enttäuscht. Ich hätte nicht gedacht, dass die Hautfarbe so eine große und scheinbar für manch einen Tansanier Rolle einnimmt. Wie gern möchte ich ihnen sagen, dass ich genauso nur Mensch bin und nicht mehr, ob ich nun weiß bin oder nicht. Wie gesagt, das nervt und kann manchmal anstrengend werden, wenn ich nun über den Markt laufe und wie alle anderen nur meine Mangos und Bananen kaufen möchte, aber ständig mit Mzungu, karibu-Rufen überhäuft werde oder in den Bus einsteige und nicht in Ruhe aus dem Fenster gucken kann und mir dann noch ab und zu ein höherer Preis genannt wird, obwohl ich nun seit fast drei Monaten hier bin und ja nun auch offiziell mein Permit habe und hier arbeite, mein Kiswahili immer besser wird, ich mich mit den Leuten unterhalten kann und wirklich alles daran setze, mich zu integrieren. Naja, manchmal macht es mir auch gar nichts aus und ich nehme es mit Humor (Helena und ich sind übrigens auch gerade dabei, ein Lied zu dichten, das wir gut als Antwort auf „Mzungu“ nutzen können…Sisi ni wazungu, tunajua, tunaweza kuona etc. –Wir sind Weiße, wir wissen es, wir können es sehen…). Oft kommt es echt auf meine Stimmung an, wie ich damit umgehe, mal so, mal so.
Ansonsten geht die Arbeit wie gewohnt weiter (die letzte Woche ja ohne Helena) und auch das Leben in Uuwo ist immer noch schön und heimisch. Jetzt ist ja auch wieder Pracseda, die Mama des Hauses, aus Deutschland zurück und alle freuen sich sehr, Timo, natürlich Gilbert und wir selbstverständlich auch!

Willkommenskomitee für den Chor aus Uuwo am KIA
 Mit ihr sind auch Lola und Verena eingezogen, ebenfalls zwei Weltwärts-Mädels, die für ein Jahr an der Kiomako, der Secondary School hier in Uuwo, arbeiten werden. Am Sonntag haben wir dann nochmal einen Ausflug zum Lake Chala gemacht. Das war natürlich wieder richtig schön, wir waren schwimmen und hatten ein leckeres Picknick mit Chapati und allem Drum und Dran.
Ach ja, die Zeit vergeht so rasend schnell, bald schon fahr ich mit Hanna nach Arusha und Tanga und dann ist auch schon Weihnachten, worauf ich mich auch sehr freue, weil dann Nancy und Maren nach Hause kommen, die ich echt schon ziemlich vermisse. Mit Nancy führe ich momentan eine Brieffreundschaft, auf Kiswahili versteht sich! Da telefonieren bzw. generell der Besitz eines Handys und Besuche von außerhalb an der Schule verboten sind, ist das der einzige und ein sehr schöner Weg, wie ich finde. Das ist wenigstens sicher, also innerhalb von Tansania zu schreiben. Mamas Päckchen mit Rattengift und Schoki (ein sogenanntes Notpaket gegen die erste Hysterie gegen Mäuse und Co.) ist immer noch nicht da und ich glaube, das wird auch nichts mehr, aber vielleicht lag´s auch echt am Rattengift. Schade, aber nicht zu ändern und mittlerweile ist mir ein Mäuschen auch schon in der Küche über die Füße gerannt, was mich aber nur peripher tangiert hat. Ja, ich mache Fortschritte!
Ich finde, das ist ein gutes Schlusswort für heute. Bis dann, macht es gut und ich lasse wieder von mir hören!

Eure Wibek (wieder mal eine neue Wortkombination meines Namens)


Regenzeit in Tansania, endlich...
Blick aus dem Office


Action beim Waisentreffen-immer wieder mein Höhepunkt der Woche

Mittwoch, 24. Oktober 2012

Was fürs Auge-Mitarbeiterseminar in Bagamoyo

Das ZMÖ war so nett und ließ die Freiwilligen mitmischen beim Mitarbeiterseminar in Bagamoyo. Vielen dank dafür! Ich habe es sehr genossen und möchte auch echt auch nochmal zurück. Bagamoyo ist eine der ältesten Städte Tansanias und das sieht man auch. Überall Ruinen, alte Gebäude aus der Kolonialzeit. Hat etwas von einer Geisterstadt, aber unglaublich viel Charme! Es gibt einen großen Kunstmarkt, der mich sehr fasziniert hat, weswegen ich auch noch ein zweites Mal in die Stadt hineinlaufen musste, um mich mit einem Künstler noch etwas genauer zu unterhalten. Dann natürlich den Fischhandel und viele kleine und große Fischerboote auf dem Ozean. Außerdem hatten wir die Möglichkeit, jeden Morgen baden zu gehen, was immer sehr erfrischend und erholend war. Zum Seminar habe ich aber selbstverständlich auch etwas zu erzählen! Wir haben nun endlich unseren deutschen Ansprechpartner und dessen Frau kennengelernt, die in Moshi leben, was ja echt nicht weit ist. Und viele andere nette Menschen vom ZMÖ, die viele spannende Geschichten aus ihrer Zeit in Tansania zu erzählen hatten, auch wir durften unsere zwei Monate ausführlich beschreiben und es sprudelte nur so aus mir heraus. Es hat echt gut getan, alles nochmal zu erzählen, obwohl ich ja immer fleißig berichte, ob nun der Familie oder Freunden, trotzdem war es eine gute Gelegenheit dies nochmal mit "Gleichgesinnten" zu tun.
Nun aber zurück in den Arbeitsalltag. Kiswahili wird immer besser und bei den Gemeindebesuchen kommen wir damit echt gut klar. Die Sister kommt inzwischen nicht mehr oft mit, sodass Helena und ich auf uns allein gestellt sind, aber das finden wir richtig gut. Bald ist Helena auch in Kigali, in Ruanda, beim Taizétreffen, da bin ich dann auch eine Woche komplett allein auf der Arbeit, aber das wird bestimmt spannend. Denn jetzt haben wir ja immer noch uns, dann kann einer auch mal nicht alles verstehen, dafür passt der andere aber ganz besonders auf. Aber wie gesagt, ich freue mich auf die Herausforderung!
Gut, meine Lieben, ich muss jetzt mal los.
Macht es gut, liebe Grüße an Deutschland!
Eure Wiebke

P.s. UUH, ich hatte heute Käse zum Frühstück! das war vielleicht ein Festessen. Gilbert, unser Gastpapa hat den aus Moshi mitgebracht, weil er weiß, dass seine deutschen Mädels so gerne Käse essen. Ist aber leider sauteuer! Danke, Gili!




Kunstmarkt in Bagamoyo

Morgens, 7.15 am indischen Ozean
Nach dem Abendessen-Musik machen
und Wellenrauschen





Fischerei in Bagamoyo-sehr zu empfehlen!






Samstag, 6. Oktober 2012


Zurück zuhause und schon wieder weg...

Zwei Wochen Sprachkurs und eine Woche zurück zuhause sind um.
Ich bin froh, wieder hier zu sein bei Mama Pracseda, Gilli und all den anderen hier in Uuwo. Auch wenn die zwei Wochen in Morogoro in der Junior Semenary School auch super Spaß gemacht haben und mein Kiswahili nun deutlich besser ist, wie ich finde J Anfangs war der Unterricht sehr zäh, da wir drei bis fünf Tage Begrüßungsformen geübt haben, die die meisten der 22 Freiwilligen schon kannten und so war es wirklich nur nachplappern. Bis unsere Lehrer dann gemerkt haben, dass wir ja nur 14 Tage dort sind und so haben die dann ordentlich angezogen, was für mich nun bedeutet: Hausaufgaben und Nacharbeiten (ich dachte, die Zeit ist erst mal vorbei…).Aber es lohnt sich, ich verstehe die Leute im Bus nun besser und kriege auch endlich mal ein wenig genauer mit, worüber die eigentlich reden, wenn sie Mzungu sagen. Das ist auch meine Hauptmotivation. Eines Tages, wenn ich super klasse toll Kiswahili sprechen kann und im Bus sitze und die Leute über uns Weiße reden, will ich abwarten, bis wir aussteigen und dann noch einen flotten frechen Konter hinterherrufen! Hach, das wird lustig.
Ansonsten haben wir uns wieder gut eingelebt und es hat sich tatsächlich so angefühlt, als würden wir nach Hause kommen, letzten Samstag. Mama Pracseda hat alles schön vorbereitet, Betten neu bezogen, Bad geputzt, neue Handtücher hingelegt. Helena hat jetzt eine geile Anlage in ihrem Zimmer stehen, auf der sie bis jetzt allerdings nur indische Musik gehört hört hat, nach verzweifelter Suche nach einem Radiosender… Ja, das ist auch so eine Sache. Ich steh´ total auf die Musik und die Evergreens, die sie hier immer im Radio und auch sonst überall spielen. In Deutschland ging mir diese Mainstream-Chart-Mucke echt auf den Zeiger, aber hier ist das irgendwie was anderes. Es passt einfach zu meinem Feeling. Hier ein kleiner Musiktipp:
Übrigens haben wir einiges auch live gesehen. Ein Wochenende waren wir mit einigen unserer Lehrer auf einem Festival, wo einige hier bekannte Acts performt haben unter dem Motto: SEMA BHAAAASS! „Sema“ bedeutet sag! Naja und BHAAASS ist BHAAASS. Das Motto haben wir gleich mal übernommen, das kann man auch einfach super überall anwenden, weil dieses Festival hier ziemlich bekannt ist und somit jeder BHAAAASS kennt.
Aber natürlich hören wir nicht nur Musik und gehen auf Festivals, nein, schließlich haben wir ja Arbeit hier, die mir übrigens auch immer noch viel Spaß bringt. Am Donnerstag war unser zweites Fieldworkertreffen, wo auch Karin, die Projekt- und Partnerschaftsverantwortliche teilgenommen hat. Sie bleibt für einen Monat und begleitet uns bei den Visitations und Waisentreffen und natürlich auch bei der Büroarbeit, um einen besseren Eindruck zu gewinnen, wie das Projekt läuft. Außerdem hat sie für jede Gemeinde Fußbälle plus Pumpe besorgt, die wir dann vorher noch fleißig beschriftet haben. Das war echt ein schönes Bild, vor allem weil sich besonders die männlichen Fieldworker unheimlich gefreut haben. Hier noch ein paar Fotos:
Gruppenfoto-Fieldworker aus (fast) allen 31 Gemeinden 

Beschriften der Fußbälle-keine so leichte Aufgabe!














Und hier noch ein paar Bilder vom Sprachkurs:

unsere gechillte Lehrer-Schüler-Crew im Bus im Mikumi National Park

Anlocken eines Pavian-armes Tier

die Superstreberlerngruppe



























P.s. Das ist nun auch schon wieder eine Woche her. Tut mir ja leid, aber auf das Internet ist nicht wirklich Verlass. Sitze gerade mit Miriam (Mitfreiwillige, die in Kenia arbeitet) und Helena in Moshi im altbekannten geliebten Pub Alberto, wo es einfach den besten Cheeseburger und Chipsies gibt. Morgen geht es auf nach Bagamoyo zum Mitarbeiterseminar. Melde mich dann (hoffentlich) bald wieder!
Liebe Grüße, eure Wiebke